5.C.3. “Altri spazi, altri cieli”: Komponieren und Denken in Luigi Nonos Das atmende Klarsein Joachim Junker - 29 juin 2017, 10h00-10h30, amphithéâtre 6

Sommaire

Le 29 juin 2017
de 10h00 à 10h30

Le Patio (université de Strasbourg)
22 rue René Descartes, 67000 Strasbourg
amphithéâtre 6

Séance - The Second Twentieth Century: Between Italy and France

Pré-acte / Acte

Auteur : Joachim Junker

     Die beiden zentralen um 1980 entstandenen Werke Luigi Nonos, das Streichquartett Fragmente – Stille, An Diotima und Das atmende Klarsein, wurden bereits in zahlreichen musikwissenschaftlichen Publikationen behandelt. Während die Kompositionstechniken, die dem Streichquartett zugrunde liegen, inzwischen vollständig entschlüsselt und auf ihre Implikationen für das Verständnis des Werkes hin untersucht wurden, bleiben zur Kompositionsweise von Das atmende Klarsein und zu den von ihr ausgehenden Deutungsperspektiven noch immer viele Fragen offen. Erschwert wird der analytische Zugang zu diesem Werk dadurch, dass Nono hier – von ersten Versuchen in Con Luigi Dallapiccola abgesehen – erstmals live-elektronische Klangtransformationen verwendet, die für sein weiteres Schaffen der 1980er Jahre richtungsweisend sind. In dem Vortrag sollen neue Erkenntnisse zur Kompositionstechnik von Das atmende Klarsein präsentiert werden, die aus einer Auswertung von Nonos Kompositionsskizzen und von Aufnahmen des Experimentalstudios der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks hervorgehen. Ausgehend von diesen Materialien sollen – unter Berücksichtigung der Schriften des Philosophen Massimo Cacciari, mit dem Nono um 1980 eng zusammenarbeitete – die vorhandenen Deutungsansätze des Werkes kritisch hinterfragt und weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei seine geschichtsphilosophischen Grundlagen, die sich in der kompositorischen Gestaltung seines Zeitverlaufs widerspiegeln.

Musées de la Ville de Strasbourg
Opéra National du Rhin
Conservatoire de Strasbourg
CDMC